18. Jahrhundert...

Mit Hilfe großzügiger Spenden und Stiftungen konnte die Tätigkeit der Elisabethinen in Graz im 18. Jahrhundert immer mehr erstarken. Die Elisabethinen waren auch überaus beliebt bei der Bevölkerung.

Trotz aller anfänglichen Schwierigkeiten erwies sich der Grazer Konvent als lebensfähig. Besonders wegen der Krankenpflege waren die Elisabethinen schon in den Anfangsjahren ihres Bestehens bei der Bevölkerung sehr beliebt, weshalb Kloster wie auch Spital bereits nach kurzer Zeit einen zuvor nicht erwarteten Aufschwung erlebten. Am 4. Dezember 1698 (acht Jahre nachdem die ersten Schwestern nach Graz kamen) zogen gemeinsam mit den beiden Gründerinnen sechs Schwestern, die bereits in der Grazer Gemeinschaft die Profess abgelegt hatten, in das neue Kloster ein. Großzügige Spenden, Beihilfen und in besonderer Weise Stiftungen ermöglichten bald eine Erweiterung der Hospitalität.
Im Jahre 1710 gab es – für die damalige Zeit beachtlich – insgesamt 17 gestiftete Krankenbetten. Wie dem höchst wahrscheinlich ältesten Krankenverzeichnis für das Elisabethinenspital zu entnehmen ist, sind in der Zeit vom August des Jahres 1694 bis August 1730 2.597 Patientinnen in der Grazer Hospitalität aufgenommen worden.
Durch Spenden konnten in den Folgejahren mehrere kleine Gebäuden, Gärten sowie die sogenannten Spitalswiese, wo der Friedhof für die verstorbenen Kranken errichtet wurde, gekauft werden. Auf Veranlassung durch Kaiserin Maria Theresia ist den Elisabethinen für deren Apotheke im Jahre 1774 jene Stiftung von 4.000 Gulden übertragen worden, mit der die Jesuitenapotheke ausgestattet war, daraus wurden für die Armen Medikamente finanziert. Die Gesamtsumme der Stiftungen betrug in dieser Zeit 52.600 Gulden. Mit dieser Summe waren die Elisabethinen verpflichtet 27 Personen (davon 18 Kranke) zu erhalten.
Die "zweite Entstehung" des Spitals
Im Jahre 1784 besichtigte Kaiser Joseph II. bei einem Besuch in Graz das "armselige alte Krankenzimmer" bei den Elisabethinen, woraufhin der Monarch diesen ein Handbillett, datiert vom 28. März 1784, hinterließ, in welchem er den Befehl gab, anstelle des wegen Feuchtigkeit, Enge und Baufälligkeit unbrauchbar befundenen alten Krankenzimmers ein neueres und größeres "gutes Spital" errichten zu lassen. Durch diesen Neubau wurde die Bettenzahl auf 24 erhöht. Darüber hinaus wurden in das Nebenzimmer noch weitere sechs Krankenbetten gestellt. Nach vollendetem Spitalsumbau standen 30 Betten zur Verfügung.


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