19. Jahrhundert...

Erweiterung und Erneuerung des Spitals und Neubau der Kirche sind die wichtigsten Maßnahmen im 19. Jahrhundert. Ende des Jahrhunderts hatte das Haus bereits 94 Betten.

Durch Spenden des Römischen Grafen Leopold von Lilienthal und vieler anderer Wohltäter konnte im Jahre 1888 ein den damaligen Zeitverhältnissen besser entsprechender neuer Spitalsbau aufgeführt werden. Das alte Gebäude wurde erneuert; auch konnte an Stelle der ursprünglichen Kapelle durch besonders hiefür bestimmte Spenden eine neue  Kirche erbaut werden, welche am 10. August 1892 von Fürstbischof Johann Baptist Zwerger geweiht wurde.
1894 - zur Feier des 200jährigen Bestehens - standen Spital, Kloster und Kirche erneuert da. Nun umfasst das neue Spital bereits 94 Betten, die nach jährlichem Durchschnitt von 1200 weiblichen Kranken benützt wurden, welche jährlich rund 30.000 Verpflegstage beanspruchten. Dazu kamen noch sämtliche Medikamente und Verbände und täglich der zweimaliger Besuch des Arztes, der vom Kloster sein Honorar erhielt.
Ferner wurden an der Klosterpforte täglich im Winter gegen 70, im Sommer gegen 50 Kostportionen an Arme ausgeteilt; täglich erhielten auch fünf bis sechs Studenten freien Mittagstisch. (Noch heute nehmen die Elisabethinen Studentinnen aus Osteuropa in ihr Haus auf. Außerdem stellen die Elisabethinen Essen und Getränke für den „VinziBus“ – zur Versorgung von Obdachlosen in Graz – zur Verfügung.)
Bis zu dieser Zeit wurden keine Verpflegkosten von öffentlichen Fonds, von der Heimatgemeinde oder vom Land eingehoben. Nur Vermögende oder solche, die "aus Kassen Bezüge hatten", somit an die Wohltätigkeit keine Ansprüche erhoben, entrichteten, falls sie ins Spital kamen, eine geringe Tagesgebühr. Alle übrigen, das sind 90 Prozent der Kranken, wurden vollständig unentgeltlich gepflegt, ärztlich behandelt und mit Medikamenten versorgt. Die Deckung für sämtliche Kosten, für die das Kloster als Eigentümer des Spitals aufkommen musste, wurde durch Stiftungen, Ertrag des Gartens, besondere Gönner und Wohltäter und bewilligte Sammlungen in Stadt und Land bestritten.
Im Allgemeinen wurden meist internistisch kranke Frauen behandelt, selten wurden dringliche kleinere chirurgische Eingriffe ausgeführt.


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