1939 - 1945...

Bittere Jahre standen für die Elisabethinen in der NS-Zeit und in der Zeit des Zweiten Weltkrieges an: Vertreibung der Schwestern und Enteignung all ihrer Gebäude. Schließlich Zerstörung von Spital und Kloster.

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten in Österreich erhielten die Elisabethinen einen "Kommissär" der NSDAP. Am 12. Dezember 1938 wurde der damaligen Oberin M. Ottilia Wentner durch Vertreter der NSDAP mitgeteilt, dass alle geistlichen Schwestern das Kloster und Spital bis 15. Jänner 1939 zu verlassen hätten. Während der Zeit der kommissarischen Leitung mussten die Schwestern - aller Rechte beraubt – ständig Hausdurchsuchungen und andere Quälereien gefallen lassen.
Am 15. Jänner 1939, nachdem die Schwestern die letzte Nacht in ihrem Haus zusammengedrängt auf dem Fußboden der Sakristei zubringen mussten, haben schließlich alle Elisabethinen das Kloster und die Stadt Graz verlassen. Während die Postulantinnen heimgeschickt wurden, gingen zehn Schwestern nach Klagenfurt, wo sie im Konvent der Elisabethinen Aufnahme fanden und Krankenpflegedienste leisteten. 27 Schwestern und eine Novizin fanden Aufnahme bei der Gemeinschaft der Schwestern von der hl. Elisabeth in Luxemburg.
Das 1938 enteignete - 152 Krankenbetten umfassende - Spital wurde zunächst an die Krankenkasse übertragen, welche es an die Reichsstatthalterei der NSDAP weiterverkaufte. Die hauseigene "Elektrische Licht- und Kraftanlage" ist bereits 1939 von den Nationalsozialisten abmontiert und verkauft worden; Strom und Wasser wurden von der Stadt eingeleitet. Die Wehrmacht nutzte das Spital schließlich als Reservelazarett 1A und die Klosterkirche diente als Wehrmachtsapotheke.
Im Verlaufe der Bombardements auf die Stadt Graz wurden auch Gebäude und Garten bei den Elisabethinen durch insgesamt 25 Bombentreffer arg beschädigt.
Am Kriegsende 1945 verlor das Spital sein gesamtes medizinisches und wirtschaftliches Inventar.
Als am 15. August 1945 die ersten Schwestern aus Klagenfurt wieder in ihrem Haus eintrafen, fanden sie hier nichts vor; keine Matratze, kein Instrument, kein Medikament, nichts Bewegliches war übriggeblieben. Kloster und Krankenhaus waren ausgebombt und geplündert.


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