1945 - 1975...

Nach dem Zweiten Weltkrieg werden Teile des schwer beschädigten Krankenhauses wieder eröffnet. Der Wiederaufbau beginnt mühsam.

Bereits wenige Wochen nach der Rückkehr der Schwestern vermeldete am 18. Oktober die Britische Militärregierung für Steiermark: "Gegenwärtig sind die Elisabethinen wieder daran, das Spital einzurichten. Die Instandsetzungsarbeiten, die sie hauptsächlich selbst durchführen, sind so weit gediehen, dass etwa 50 interne Kranke und Ohrenleidende aufgenommen werden können." Es fehlte allerdings das Spitalsinventar wie Betten, Leintücher, Pölster, Matratzen etc.“ Am 2. September 1946 war man dann so weit, dass ein Teil des Krankenhauses wiedereröffnet und ein notdürftiger Spitalsbetrieb aufgenommen werden konnte.
Erst im Jänner 1947 wurde den Schwestern in Luxemburg von den Besatzungsmächten die Heimreise bewilligt. 17 Schwestern erreichten am 10. Februar abends wieder Graz; im Kloster herrschte große Freude beim Wiedersehen nach acht  Jahren der Trennung.
Nach dem Zweiten Weltkrieg zählte der Konvent 32 Professschwestern und eine Novizin. Trotzdem wurden in den wenigen Monaten von September 1946 an schon 276 Patienten verpflegt; die Bettenzahl stieg bald auf 70. 1947 wurden bereits 1275 Patienten behandelt und verpflegt bei einer Bettenzahl von 105, ein Jahr später hatte das Krankenhaus 110 Betten und versorgte 1.544 Patienten.
In jener Zeit fiel auch die Instandsetzung des durch Bombeneinwirkung völlig zerstörten Operationssaales sowie die Einrichtung und Wiederaufnahme der Chirurgischen Abteilung.
1954 wurden bereits 3.976 Patienten behandelt. Wegen der steigenden Patientenzahl beschloss der Konvent im Frühjahr 1955 den Bau eines Aufnahmegebäudes, da die jährlich sich mehrenden Aufnahme- und Verwaltungsarbeiten in dem einstigen Kanzleiraum nur mehr schwer bewältigt werden konnten. Der bisherige Kanzleiraum sollte zu einem Krankenzimmer umgestaltet werden. Nach der Fertigstellung des Zubaues erhöhte sich der Bettenstand auf 180 und teilte sich auf eine Interne Abteilung mit 78 Betten, eine Chirurgische Abteilung mit 72 Betten und einer Hals-Nasen-Ohren-Abteilung mit 30 Betten auf. Daneben gab es seit Wiedereröffnung des Spitals im September 1946 auch eine Röntgendiagnostische Station. In den genannten Abteilungen wirkten zum damaligen Zeitpunkt außer den vier Primarii noch zehn Assistenten und Sekundarärzte.
Im Jahre 1961 ging man schließlich noch daran, die Hauptküche zu sanieren. Dadurch sollte es möglich werden, den Patienten eine abwechslungsreichere Kost zu reichen.
Einer äußerst ernsten Existenzbedrohung ihres Spitals sahen sich die Elisabethinen im Jahre 1966 gegenüber. (Ähnliche Sorgen hatten auch die Barmherzigen Brüder um deren beide Privatspitäler in Graz.) Verursacht wurde diese Finanznot einerseits durch gesetzlich vorgeschriebene Lohnaufbesserung für das zivile Krankenhauspersonal andererseits aufgrund der nicht kostendeckenden Versicherungsbeiträge für die Verpflegssätze der Patienten. Konsequenz wäre eine Aufnahmesperre gewesen. Sie konnte durch eine vom Land gewährte Überbrückungshilfe - und nicht zuletzt vor allem auch durch den Verzicht der 30 geistlichen Schwestern auf jedwede Entschädigung für deren Arbeit - abgewandt werden.


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