Die eigene Gesundheit im Fokus

Rund 100 Mitarbeitende im Gesundheitsbereich aus ganz Österreich treffen mit Skisportlegende Toni Innauer und weiteren hochkarätigen Referenten zusammen, vernetzen sich und diskutieren intensiv das Management ihrer eigenen Gesundheit – das war der erste Elisabethinische Pflegekongress.

„Im Krankenhaus sind wir es gewohnt, Patienten mit dem ganzen Spektrum der modernen Medizin zu behandeln. Bei uns selbst müssen wir den Handlungsbedarf oft erst erkennen.“ Mit diesen Worten unterstrich Sr. M. Barbara Lehner, Generaloberin der Elisabethinen Linz-Wien, in ihrer Begrüßung beim 1. Elisabethinischen Pflegekongress die Wichtigkeit des Themas „Gesundheitsmanagement“.

Das Programm am 22. und 23. September beinhaltete Vorträge, Workshops in Kleingruppen, Podiumsdiskussionen und zahlreiche Möglichkeiten zur Vernetzung. Besonderer Wert wurde darauf gelegt, auf Fragen der Kongressteilnehmer einzugehen. Jede und jeder sollte im Sinne der nachhaltigen Gesundheitsförderung konkrete Handlungstipps für den Alltag mitnehmen können.
Mitarbeitende im Gesundheitswesen bringen permanent hohe Leistungen für andere und stehen dabei oft unter Druck, sowohl zeitlich als auch finanziell. Wie sie bei dieser Belastung trotzdem ihre eigene Gesundheit im Auge behalten können und wie die Führungskräfte sie dabei unterstützen können, war ein Schwerpunkt am Kongress.

Skisportlegende Mag. Anton Innauer sagte in seinem Vortrag zum Thema „Leistungsfreude und Erfolgsdruck“: „Im Sporttraining wie im Berufsleben gilt, dass jeder anders funktioniert. Als Trainer muss man auf diese Individualität eingehen.“ "Führung sollte als Dienstleistung an den Mitarbeitenden verstanden werden", so Mag. Dr. Fritz Weilharter, langjähriger externer Berater der Gespag. Für eine „Führung mit Hirn und Herz, die angepasst ist an die unterschiedlichen Erwartungen der einzelnen Mitarbeitenden“ plädierte Mag.a Beate Hartinger-Klein, unter anderem Aufsichtsrätin der Gespag.
Um die Eigenverantwortung der Mitarbeitenden zu stärken und ihnen Möglichkeiten zur Gesundheitsförderung zu geben, gibt es die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF). „Dabei gibt man den Menschen Impulse, zum Beispiel für bewusste Ernährung oder für Bewegung“, so Dr. Johannes Huber MBA, Geschäftsführer von Alphalauf International. Sport bringe eine höhere Frustrationstoleranz und das Erlernen von Entspannungstechniken mit sich, die im Berufsleben wertvoll sind.
Aber Gesundheitsmanagement geht darüber hinaus: „Es gehören auch Maßnahmen für mentale Fähigkeiten, wie die Stressprophylaxe, dazu“, sagte Mag.a Michaela Drexel, die im Krankenhaus der Elisabethinen Graz unter anderem verantwortlich für BGF ist. Univ.-Prof. MMag. Dr. Harald Stummer, Institutsleiter an der UMIT, ergänzte um die Dimension „der sozialen Förderung, also wie Teams zusammenarbeiten“.

Für alle Impulse im Bereich der Gesundheitsförderung gilt, dass sie nicht von der Führungsebene verordnet werden dürfen. Assist.-Prof.in MMag.a Dr.in Elisabeth Nöhammer von der UMIT, die den Kongress wissenschaftlich begleitet hat, forscht intensiv zum Thema: „Die BGF muss sehr eng mit den Mitarbeitenden abgestimmt sein. Als Erstes muss man bei ihnen nachfragen: Was wünscht ihr euch an Gesundheitsförderung im Betrieb?“ In dieselbe Kerbe schlägt MMag. Dr. Christian Lagger MBA, Geschäftsführer des Krankenhauses der Elisabethinen Graz, der darauf hinwies, dass „es Aufgabe der Verantwortlichen für die Betriebliche Gesundheitsförderung ist, dafür zu sorgen, dass die Maßnahmen bei den Mitarbeitenden ankommen und tatsächlich lebbar sind.“
Der 1. Elisabethinische Pflegekongress ist Ausdruck der Zusammenarbeit der Elisabethinen Graz, Linz und Wien. Diese wurde bereits in der gemeinsamen Übernahme des Mehrheitsanteils am Kurhaus Marienkron sichtbar, das der ideale Rahmen für den Kongress war, und wird auch weiterhin bemerkbar sein. Die wahrgenommene Verantwortung für Gesundheit, sowohl für die Patienten, als auch für die Mitarbeitenden, ist essentieller Inhalt der elisabethinischen Qualität.


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