Fortschritt für die PatientInnensicherheit

Das war das 2. elisabethinische Pflegesymposium am 22. September 2017 im Seminarhotel Novapark:

Spannende Inputs und viel praxisnahes Arbeiten: Beim 2. elisabethinischen Pflegesymposium im Hotel Novapark zum Thema „Simulationsbasiertes Lernen und PatientInnensicherheit“ entführten die Elisabethinen Österreich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Welt der Simulation.

LH ad Waltraud Klasnic, Pflegedirektorin Christine Kienreich, MSc, Verwaltungsdirektor Christian Schroffenegger, MSc

Pflegedirektorin Christine Kienreich, MSc, eröffnete das Pflegesymposium mit den Worten „Teilen ist der neue Reichtum“ und betonte die Wichtigkeit der Vermittlung von Wissen und Know How an StudentInnen und SchülerInnen der Gesundheits- und Krankenpflege sowie auch an KollegInnen anderer Krankenhäuser, da dies einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Patientensicherheit darstellt. Das Feedback der MitarbeiterInnen zu über 60 Simulationstrainings seit 2012 bestätigt „dass wir auf dem richtigen Weg sind“, betont Kienreich.
„Besinnen Sie sich immer wieder auf den Kern Ihres Berufes.“ Mit diesem Appell begrüßte MMag. Dr. Christian Lagger, MBA, Geschäftsführer des Krankenhauses der Elisabethinen Graz und Sprecher der Elisabethinen in Österreich, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Pflegesymposiums. „Ihnen allen ist es wichtig, auf den Menschen zu schauen und ihm zu helfen. Dieses Prinzip ‚Schau hin und handle‘ ist auch der Leitgedanke der Elisabethinen“, so Lagger.
Waltraud Klasnic, Vorsitzende des Aufsichtsrates fasste in einem kurzen Statement wesentliches zusammen: „Die wichtigste Aufgabe in der Pflege ist es dem Menschen – Mensch sein.“
Oberstes Ziel im Gesundheitswesen müsse die Sicherheit der Patientinnen und Patienten sein. „Rund 2.900 bis 6.800 Menschen sterben jährlich in österreichischen Krankenhäusern aufgrund von vermeidbaren Zwischenfällen.“ Die Schätzung der SVA präsentierte Michael Weldi, MSc, OP Koordinator und Bereichsleiter des OP- und Simulationszentrums im Krankenhaus der Elisabethinen Graz, in der Keynote. Probleme im Bereich der sogenannten Human Factors, also beispielsweise Teamwork und Leadership, stehen hier im Fokus. Genau in diesem Bereich der interdisziplinären und multiprofessionellen Zusammenarbeit greifen Simulationstrainings. „Durch Simulationstrainings können aber auch Prozesse und Strukturen analysiert und optimiert werden“, so Weldi, „das senkt die Fehlerrate deutlich“. Das Krankenhaus der Elisabethinen in Graz nimmt in diesem Bereich seit 2012 eine Vorreiterrolle in der Steiermark ein.
Verwaltungsdirektor Christian Schroffenegger, MSc gewährt Einblick in die Anfänge des simulationsbasierten Lernens und der dazugehörigen Teamtrainings im Krankenhaus der Elisabethinen und erklärt, warum es günstiger ist, dieses Know-How von einem externen Anbieter zuzukaufen, als im Haus aufzubauen.

Über Strukturverbesserungen & Effekte aus den Simulations-Teamtrainings am Krankenhaus der Elisabethinen Graz berichteten Dr. Christian Pizzera und DGKP Michaela Eisenberger.
Zur Patientensicherheit trägt das sogenannte „Speaking Up“ bei: Das Äußern einer persönlichen Meinung und das Nachfragen bei Zweifeln. In Simulationstrainings lässt sich dieses Verhalten trainieren. Damit es sich erfolgreich einbürgert, müsse es aber Konzernpolitik werden und aktiv gefördert werden.
In den Workshops wurden praxisnahe Strukturen erarbeitet, welche im Arbeitsalltag umgesetzt werden können. Zwei Gruppen fuhren in das Krankenhaus der Elisabethinen Graz, um das neu gestaltete OP- und Simulationszentrum zu besichtigen. Besonders fordernd für die Teilnehmer waren die Simulationstrainings, in denen sie realistische Notfälle anhand einer Simulationspuppe bewältigen mussten.
In der Sponsorenausstellung präsentierten Partnerfirmen anschaulich ihre Produkte und Innovationen und standen für Fragen zur Verfügung.

Der Höhepunkt des Symposiums war die Live-Übertragung eines Simulationstrainings aus dem Krankenhaus der Elisabethinen. Im dortigen OP- und Simulationszentrum bewältigte ein Team einen fiktiven Notfall an der Simulationspuppe. Im Anschluss an das Live-Training folgte das Debriefing, die strukturierte Nachbesprechung, in der potentielle Lernfelder angesprochen wurden und das Publikum Fragen zum gezeigten Training stellen konnte.
Die Podiumsgäste in der folgenden Diskussion sprachen über die Akzeptanz von Simulationstrainings unter den Pflegekräften und die weitere Entwicklung simulationsbasierten Lernens. „Wir werden ab dem kommenden Jahr Simulationstrainings für unsere Mitarbeiter anbieten“, versprach Regina Kickingereder, Pflegedirektorin am Ordensklinikum Linz Elisabethinen. In der Ausbildung kommen die Trainings gut an, auch wenn die Simulation in der Pflegeausbildung in Österreich erst am Anfang der Entwicklung ist.
Ein Einblick in die FH JOANNEUM in Graz folgte: Studierende der Gesundheits- und Krankenpflege trainieren hier in sogenannten Skillslabs pflegerisch-praktische und soziale Fertigkeiten an realitätsnahen Simulationspuppen. Diese Simulationsmöglichkeiten werden in Zukunft weiter ausgebaut.

Ein Pilot der Austrian Airlines zeichnete Parallelen zwischen Luftfahrt und Gesundheitswesen mit dem wesentlichen Unterschied, dass menschliche Patienten im Gegensatz zu Maschinen individuell reagieren können.
Eine Strategie, um kritische Situationen strukturiert zu bewältigen, wurde im Vortrag „10 für 10“ präsentiert: Zehn Sekunden lang nimmt sich das Team Zeit, um die nächsten zehn Minuten der Patientenversorgung zu planen. Werkzeuge wie „10 für 10“ helfen dabei, interdisziplinär fundierte Entscheidungen für das größtmögliche Patientenwohl zu treffen.
In einem Punkt waren sich alle Vortragenden und Diskussionsgäste am Ende des Kongresstages einig: Es ist absolut gerechtfertigt, Simulationstrainings im Gesundheitswesen weiter auszubauen und neu einzuführen, denn das Resultat bedeutet mehr Sicherheit für die Patientinnen und Patienten – was das oberste Ziel jedes Mitarbeitenden im Gesundheitswesen sein sollte. Als Abschluss des Symposiums wurde die Staffel von Frau Pflegedirektorin Christine Kienreich, MSc an Regina Kickingereder, Pflegedirektorin am Ordensklinikum Linz Elisabethinen, übergeben, die im Jahr 2018 das 3. elisabethinische Pflegesymposium ausrichten wird.
Danke an das gesamte Organisationsteam : Christine Kienreich, MSc, Christian Schroffenegger, MSc, Michael Weldi, MSc, Elke Angerer, Anna Felber, Luise Oberhammer, Karl-Heinz Söls

Das Organisationsteam mit Moderation Bettina Zajac-Thelen (Mitte)

Das elisabethinische Pflegesymposium am 22. September 2017 war das zweite gemeinsame Symposium der elisabethinischen Krankenhäuser in Graz, Linz und Wien. Das Symposium fiel in die Woche der PatientInnensicherheit, die von 17. bis 24. September ausgerufen wurde und sich speziell dem Thema „Speak Up“ widmete.

Fotogalerie

 

ORF-Beitrag

Ein Team der Nachrichtensendung Steiermark heute hat über das Pflegesymposium berichtet:

 

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Partner

Das Pflegesymposium wurde von elisabethinischen Krankenhäuserin in Österreich organisiert:

Krankenhaus der Elisabethinen Graz
Ordensklinikum Linz Elisabethinen
Franziskusspital Wien

Sponsoren

Allen Firmen, die das elisabethinische Pflegesymposium 2017 unterstützten, gilt ein herzlicher Dank!

Lohmann & Rauscher GmbH
Hill-Rom GmbH
ArjoHuntleigh GmbH
Teleflex
Rüsch Austria GmbH
Habel Medizintechnik
Sodexo Service Solutions Austria GmbH
Hartmann
SIMStation GmbH
sauber & partner GmbH
DACH medical group
Textilservice Brolli GesmbH
LAERDAL Medical GmbH
Dräger Austria GmbH

Archiv: Anmeldung zum Pflegesymposium



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